Theatergruppe erklärt Kindern Mülltrennung

„Erfinder haben so viele Ideen, und doch fällt ihnen manchmal nichts Neues ein“, erklärt Hubert, „dafür gibt es die Erfindertrompete.“ So richtig traut sich der Werkstattgehilfe aber nicht, selbst in das Wunderinstrument zu pusten. Denn das darf nur der Erfinder, Professor Knödeldaddel. Und tatsächlich braucht der Professor beim letzten Kindertheaterstück auf der Sommerbühne mehrmals die Hilfe der Trompete – und die Unterstützung der jungen Zuschauer.

„Die kleine Weltbühne“ lässt ihr Umweltstück für Kinder in einer Erfinder-Werkstatt spielen. Doch bevor sich Professor Knödeldaddel und Hubert dort ans Werk machen, ruft Tante Lydia an. „Ich hab morgen Geburtstag“, flötet sie. Und da kommen die Männer in Not – sie haben noch kein Geschenk. Als sie überlegen, was sie schenken könnten, klingelt es an der Tür. Freddy, der Fuchs, erzählt den aufgeregten Tieren im Wald: „Die große Eiche ist umgesägt worden, Familie Star hat kein Zuhause mehr, und die Igel und Rehe rennen weg.“ Denn weil der Müllberg wächst, muss die Deponie erweitert werden. Auch Fisch Anton meldet sich aus
dem Ozean – und ist im Videoanruf fast nicht zu sehen vor lauter Plastikmüll im Wasser.
Der Professor benutzt die Erfindertrompete und hat einen Einfall: „Weniger Müll verursachen!“

Knödeldaddel und Hubert erklären den Kindern, auf was sie achten sollen: keine große Tüte Gummibärchen mit vielen kleinen Tüten drin kaufen, lieber Glasflaschen holen und Kaputtes reparieren. Dann nehmen die Männer ihren eigenen Abfall unter die Lupe, denn Hubert hat einfach alles in eine große Tonne geworfen. „Wir müssen das sortieren“, fordert der Professor seinen Gehilfen auf. Und so landet das Papier im Papierkorb, die Flaschen beim Altglas und die Dosen im gelben Sack. „Aus Müll entstehen tolle neue Sachen“, erklärt der Professor das Recycling. In seinem Transformator verwandelt er prompt Plastikreste zu Flummis.
Das Spiel mit den Gummibällen unterbricht die Biene Wiesenmüller, denn auf ihrer viel zu trockenen Wiese wird Insektenvernichtungsmittel versprüht. „Bei uns im Garten gibt es viele Blumen“, findet Hubert eine neue Heimat für die Bienen. Dafür stinkt es mittlerweile in der Werkstatt, da steht immer noch die Mülltonne. Was tun? Die Erfindertrompete weiß Rat: „Müll verschwindet von selbst.“ Das funktioniert mit kompostierbaren Abfällen. „Bananenschalen“ wissen die Kinder und helfen Hubert, den Biomüll aus der Tonne zu fischen.

Da klingelt das Videotelefon erneut, diesmal meldet sich Eisbär Sven aus dem Eis: „Was macht ihr denn, hier schmilzt alles!“, schimpft er mit den Menschen und bittet um klimaschonendes Verhalten. Der Professor und Hubert fangen klein an: Jetzt werden die letzten Reste aus der Mülltonne verwertet. Während Hubert auf einem Gurkenfass und einem Brett balanciert und mit Regenrinnenresten jongliert, zimmert Knödeldaddel aus Holzstücken ein Vogelhäuschen, fertig ist das neue Zuhause für Familie Star. Der Professor und Hubert wollen noch Gummibärchen selbst machen – als Geschenk für Tante Lydia. Und als Geschenk für die jungen Besucher der Sommerbühne gibt es das Rezept für die Süßigkeiten, selbst gemacht und ganz ohne Plastikmüll.

Sandra Usler, Presseartikel aus dem Südhessen Morgen