Klimawandel

Stauden statt Steine -

Viernheim soll noch bunter werden

(c) Kapa65 pixabay

Diesen Prozess möchten wir ab jetzt mit dieser Beitragsreihe begleiten:

Stauden statt Steine, Viernheim blüht auf 

Es geht um die sogenannten Gärten des Grauens, die Schottergärten, die sich  schon bald in bunte, kleine Oasen verwandeln könnten.  Ein informativer und unterhaltsamer Videobeitrag zum Thema mit Ulf Soltau, Biologe und Botaniker, wurde uns von Herrn Marggraf von der Stadtverwaltung übermittelt. Vielen Dank dafür! 

Gärten des Grauens

Die Gestaltung der städtischen Vorgärten regelt die Viernheimer Vorgartensatzung

Infos und Anregungen bietet der Flyer Stauden statt Steine der Stadtverwaltung Viernheim

Flyer Stauden statt Steine – PDF zum Herunterladen

Wer es besonders pflegeleicht mag, findet hier Pflanzlisten zusammengestellt von Bettina Jaugstetter, Landschaftsarchitektin aus Weinheim, mit denen man sich für den Vorgarten vom Staudengärtner seiner Wahl  Pflanzkisten zusammenstellen kann und erhält darüberhinaus  weitere Infos zum Bepflanzen der Fläche.

Beispiel für Pflanzkiste, Pflanzanleitung, weitere Tipps

Gerne veröffentlichen wir hier Fotos von blühenden Vorgärten in Viernheim, die anderen GärtnerInnen als Anregung dienen können.  Senden Sie uns Ihr Foto zu:
Email -> umwelt-kompass(at)t-online.de

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag 

Klimathon Viernheim

Hurra, die Frühlingsmonate sind da! Rauf aufs Rad!

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Wir haben Klimaschutzmanagerin Myriam Buddensiek vom Brundtlandbüro der Stadt Viernheim gefragt, warum Fahrradfahren nicht nur Spaß macht und gesund ist, sondern auch zum Klimaschutz beiträgt:

Bei milderen Temperaturen wieder häufiger aufs Rad steigen, den Fahrtwind spüren und sich frei fühlen, das schätzen viele beim Fahrradfahren. Neben diesen subjektiven Faktoren, gibt es zahlreiche objektive Vorteile das Fahrrad zu nutzen.

Fahrradfahren ist gesund – nach einer Einschätzung der Weltgesundheits-organisation (WHO) helfen bereits 30 min. Bewegung pro Tag der Entstehung einiger Zivilisationskrankheiten wie z.B. Bluthochdruck und Übergewicht entgegenzuwirken. Eine halbe Stunde pro Tag lässt sich mit der Fahrt zum Einkauf oder dem täglichen Weg zur Arbeit/Schule leicht umsetzen. Zugleich haben Berufspendler*innen im Gegensatz zu Kolleg*innen, die nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen weniger Krankheitstage, dies zeigen verschiedene Studien von Großunternehmen mit betrieblichen Mobilitätsmanagement. Im Vergleich zur Nutzung eines PKWs werden darüber hinaus beim Fahrradfahren keine Abgase wie z.B. Stickoxide freigesetzt und somit verbessert sich die Luftqualität. Ebenso ist das Fahrrad ein geräuscharmes Verkehrsmittel, das freut die Nachbarn und Anwohner*innen zugleich.

Fahrradfahren schont das Klima – der steigende Anteil an Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Atmosphäre fördert den Treibhauseffekt und die Erde heizt sich auf. Beim Fahren mit dem Fahrrad fällt im Gegensatz zum Auto kein CO2-Ausstoß an. Wer einen täglichen Arbeitsweg von 10 km hat (insgesamt), kann anstelle einer Autonutzung im Jahr rund 413 kg CO2-Emissionen einsparen*. Bei mehr als 40 % der PKW-Fahrten in Deutschland werden übrigens weniger als 5 km zurückgelegt. Das ist eine Strecke, die oftmals gut durch das Fahrrad ersetzt werden kann.

Tipp: Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts lässt sich der eigene CO2-Fußabdruck per Schnell-Check oder in einer detaillierten Übersicht aufzeigen.

Weitere Informationen dazu gibt es auf der Seite des Umweltbundesamts und unter
„Mein Klimaschutz“.

* Bei einem Benzinverbrauch des PKW von 7,8 L/100 km und einer Emission von 2,3 kg CO2/L sowie 230 Arbeitstagen pro Jahr

Im städtischen Brundtlandbüro gibt es 2 neue Kollegen*innen

Im städtischen Brundtlandbüro gibt es 2 neue KollegInnen:

René Schärling Klimaschutzmanager mit dem Schwerpunkt Klimaanpassung und Nachhaltige Lebensstile und Myriam Buddensiek Klimaschutzmanagerin mit dem Schwerpunkt Mobilität.

Wir haben René Schärling gefragt:
Was versteht man eigentlich unter KLIMAWANDELANPASSUNG?:

Renè Schärling:
Ich möchte es erstmal in einen groben Rahmen einfassen. Es ist notwendig sich den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des menschlich gemachten Klimawandels zu stellen. Als verlässliche Klimaveränderungen in Deutschland gelten im Zeitraum 2021 bis 2050 folgende Trends:

  • Es wird regional und jahreszeitlich verschieden zu einem durchschnittlichen Temperaturanstieg kommen. Die Häufigkeit und das Ausmaß sommerlicher Hitzewellen werden zu nehmen.
  • In den Sommermonaten ist mit leichtem Niederschlagsrückgang zu rechnen, im Rest des Jahres nimmt der Niederschlag zu. Diese Zunahme geschieht vor allem durch häufigere Starkniederschläge.

Wir haben bei diesen Ereignissen also mit Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Infrastrukturen zu rechnen. Klimaschutz bedeutet, dass wir diese Auswirkungen verringern. Allerdings heißt es auch, dass es bereits Auswirkungen gibt denen wir begegnen müssen! Jetzt schon haben wir eine höhere Hitzebelastung für (vor allem ältere) Menschen in den Sommermonaten und starke Niederschlagsereignisse führen zu Überschwemmungen und volllaufende Keller.

Klimaschutz und Klimawandelanpassung gehen daher Hand in Hand – betreiben wir mehr Klimaschutz bedeutet dies, dass Kosten und Aufwand für Klimawandelanpassungsmaßnahmen sinken. Anpassungsmaßnahmen können dabei sowohl technologisch als auch organisatorisch sein.

Auf persönlicher Ebene sind dies kleinere Maßnahmen, wie helle Kleidung im Sommer tragen, genug zu trinken und bei Hitze richtig Lüften. Aber auch Städte und Kommunen stehen in der Verantwortung z.B. begrünte Flächen zur Abkühlung zu schaffen oder Flächen zu entsiegeln und Kanalisationssysteme auszubauen, damit Regenwasser besser abfließen kann. Mit Klimawandelanpassungsmaßnahmen senken wir also die zu erwarteten Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Infrastrukturen, die bereits durch den Klimawandel erwartet werden.

Weitere Informationen und Hinweise gibt es auf der Seite des Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie und auf der Seite des Umweltbundesamtes.

Am einfachsten ist dieser Prozess vielleicht am Beispiel Küstenschutz zu erklären. Mit voranschreitendem Klimawandel steigt der Meeresspiegel und die Sturmflutgefahr. Höhere Deiche bzw. Küstenschutzmaßnahmen schützen vor diesen Auswirkungen. Wenn wir keinen Klimaschutz betreiben, müssten diese Maßnahmen mit hohem finanziellem Aufwand immer weiter ausgebaut werden. Betreiben wir Klimaschutz, so sind die Kosten reduziert, da wir die Auswirkungen eindämmen. Dass wir aber Deiche brauchen, wird allerdings niemand bezweifeln – es gibt ja schon Sturmfluten.

Zum Abschluss noch die wissenschaftliche Definition: Der Intergovernemental Panel on Climate Change (IPCC) definiert Anpassung an den Klimawandel als „Initiativen und Maßnahmen, um die Empfindlichkeit natürlicher und menschlicher Systeme gegenüber tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen der Klimaänderung zu verringern“.