Klimawandel

Im städtischen Brundtlandbüro gibt es 2 neue KollegInnen:

René Schärling Klimaschutzmanager mit dem Schwerpunkt Klimaanpassung und Nachhaltige Lebensstile und Myriam Buddensiek Klimaschutzmanagerin mit dem Schwerpunkt Mobilität.

Wir haben René Schärling gefragt:
Was versteht man eigentlich unter KLIMAWANDELANPASSUNG?:

Renè Schärling:
Ich möchte es erstmal in einen groben Rahmen einfassen. Es ist notwendig sich den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des menschlich gemachten Klimawandels zu stellen. Als verlässliche Klimaveränderungen in Deutschland gelten im Zeitraum 2021 bis 2050 folgende Trends:

  • Es wird regional und jahreszeitlich verschieden zu einem durchschnittlichen Temperaturanstieg kommen. Die Häufigkeit und das Ausmaß sommerlicher Hitzewellen werden zu nehmen.
  • In den Sommermonaten ist mit leichtem Niederschlagsrückgang zu rechnen, im Rest des Jahres nimmt der Niederschlag zu. Diese Zunahme geschieht vor allem durch häufigere Starkniederschläge.

Wir haben bei diesen Ereignissen also mit Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Infrastrukturen zu rechnen. Klimaschutz bedeutet, dass wir diese Auswirkungen verringern. Allerdings heißt es auch, dass es bereits Auswirkungen gibt denen wir begegnen müssen! Jetzt schon haben wir eine höhere Hitzebelastung für (vor allem ältere) Menschen in den Sommermonaten und starke Niederschlagsereignisse führen zu Überschwemmungen und volllaufende Keller.

Klimaschutz und Klimawandelanpassung gehen daher Hand in Hand – betreiben wir mehr Klimaschutz bedeutet dies, dass Kosten und Aufwand für Klimawandelanpassungsmaßnahmen sinken. Anpassungsmaßnahmen können dabei sowohl technologisch als auch organisatorisch sein.

Auf persönlicher Ebene sind dies kleinere Maßnahmen, wie helle Kleidung im Sommer tragen, genug zu trinken und bei Hitze richtig Lüften. Aber auch Städte und Kommunen stehen in der Verantwortung z.B. begrünte Flächen zur Abkühlung zu schaffen oder Flächen zu entsiegeln und Kanalisationssysteme auszubauen, damit Regenwasser besser abfließen kann. Mit Klimawandelanpassungsmaßnahmen senken wir also die zu erwarteten Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Infrastrukturen, die bereits durch den Klimawandel erwartet werden.

Weitere Informationen und Hinweise gibt es auf der Seite des Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie und auf der Seite des Umweltbundesamtes.

Am einfachsten ist dieser Prozess vielleicht am Beispiel Küstenschutz zu erklären. Mit voranschreitendem Klimawandel steigt der Meeresspiegel und die Sturmflutgefahr. Höhere Deiche bzw. Küstenschutzmaßnahmen schützen vor diesen Auswirkungen. Wenn wir keinen Klimaschutz betreiben, müssten diese Maßnahmen mit hohem finanziellem Aufwand immer weiter ausgebaut werden. Betreiben wir Klimaschutz, so sind die Kosten reduziert, da wir die Auswirkungen eindämmen. Dass wir aber Deiche brauchen, wird allerdings niemand bezweifeln – es gibt ja schon Sturmfluten.

Zum Abschluss noch die wissenschaftliche Definition: Der Intergovernemental Panel on Climate Change (IPCC) definiert Anpassung an den Klimawandel als „Initiativen und Maßnahmen, um die Empfindlichkeit natürlicher und menschlicher Systeme gegenüber tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen der Klimaänderung zu verringern“.